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Motorrettungsboot LÜBECK II

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Infos zu meinem Modell

Mein Modell der LÜBECK II entspricht in etwa dem Bauzustand nach dem Turmumbau 1957 auf Wangerooge. Sie befindet sich im fahrfertigen Zustand.

Funktionen/Extras

  • Motor, Ruder
  • Nautische Beleuchtung, Suchscheinwerfer am Turm und Funkellichter am Mast, schwache Beleuchtung Fahrstand und Plichtbeleuchtung (vorbereitet) — alles schaltbar
  • Lichterkette zusteckbar (‚Steckdose‘ aussen) ; Flaggenleine (Alphabet + Zahlen) zurüstbar
  • Drehzahlabhängiger Motorsound (Devil Deutz 100PS); Schiffshorn (Conrad digital)
  • Manuelle Möglichkeit das Beiboot abzuseilen (bei Ausstellungen an Land)
  • abnehmbarer Mast

Bausatz

Das MRB LÜBECK II ist ein 1:20 Kleinserienmodell von Manfred Sievers aus Hannover. In einer Zeit des Lieferstops habe ich eine Bausatzleiche in der Bucht erstanden. Diese wurde erst einmal wieder zerlegt und dann vorsichtig neu aufgebaut.

Negativ:

  • Der Bausatz wurde von Herrn Sievers leider nach einem frühen Bauplan entworfen. Die Werft hat jedoch die Seitenwand hinter dem Turm nicht wie geplant verkürzt, sondern sie im Urzustand gelassen.
  • Der Süllrand des Modells ist ohne Abdichtung für schlechtes Wetter zu niedrig, er lässt sich konstruktionsbedingt nicht richtig erhöhen.
  • Der Anker vorn am Bug hat nie existiert.
  • Nicht alles passt zusammen.
  • Man muss sehr auf einen tiefen Schwerpunkt achten.

Positiv:

  • Mit etwas Einsatz bekommt man ein Schiff wo die Proportionen stimmen, was genug aber nicht zuviele Details hat und einfach nur gut aussieht auf dem Teich.
  • Der relativ dicke GFK Rumpf hält einiges aus.
  • Der Bau ist nicht anspruchslos, die ‚Fehler‘ oder Abweichungen zum Original lassen sich relativ einfach beheben.
  • Die LÜBECK II und die meisten ihrer Schwesterschiffe hatten drei Baustufen: Ohne Turm und ohne Ausguck, mit Mast und Ausguckkorb und schliesslich mit Turm. Die ersten beiden kann man auf der Grundlage des Sievers Bausatzes bauen.
  • Und nochmal: Es ist einfach ein schönes Schiff!

An der LÜBECK II habe ich viel ausprobiert und gelernt, der runde Kiel und hohe Schwerpunkt (verstärkt durch meinen Umbau des Turms) führten sehr schnell zum Wackeldackel. Wichtig ist, ihr einen adäquaten Motor zu verpassen, denn 8-10 Kn Rumpfgeschwindigkeit bedeuten: bei zuviel ‚PS‘ buddelt sich das Schiff hinten nur tiefer ein. Ende 2021 habe ich der LÜBECK einem umfassenden Umbau genehmigt. Dabei ist Gewicht unter den Kiel platziert worden, es wurden Schlingerkiele angebaut und die Wellenanlage, Motor und Akkuhalterung sind ausgetasucht worden. Zusätzlich bekam sie einen realen Motorsound und ein Signalhorn an separaten Lautsprechern. Auch das Beiboot wurde in passender Größe neu gedruckt. Die Lüfter an Deck und ebenso einiges Zubehör und Details sind neu. Die beiden Stoßschutzleisten wurden dem Original angeglichen. Das Gewicht des Aufbaus liegt bei 378gr (inklusive SubD Stecker der auf Wasserlinie Verbunden wird.
Der stabile GFK Rumpf mit allen Einbauten bringt 2998gr, also 3 Kg auf die Waage. Im Wasser liegt sie ähnlich wie auf den alten Fotos. Die Linie auf dem Sievers Plan die wohl die Wasserlinie darstellen soll ist deutlich tiefer (–> kopflastig –> Kentergefahr … =Wackeldackel).

Mehr zum Umbau im entsprechenden Blog Beitrag.


Infos zum Original

Die LÜBECK II (Baunummer 241) wurde zusammen mit mehreren Schwesterschiffen im Jahre 1942 auf der PAHL Werft in Hamburg Finkenwerder auf Kiel gelegt und gebaut. Sie wurde schon 1942 mit der DGzRS-Kennung KRB 203 in Dienst gestellt. Anfänglich besaß sie noch keinen Turm, nur vorn einen mittelhohen Mast für Notbesegelung. Später wurde der Mast näher zum Fahrstand verschoben, mit zwei starken Stützen abgestütztund ein Mastkorb für den Ausguck montiert (1944/45-49 — siehe die Fotos der zwei Baustufen weiter unten). Mitte der 1950er Jahre bekamen die meisten Schiffe dieser Serie einen Turmaufbau und der Mast kam hinter den Fahrstand (siehe unten).

Von 1942 bis Ende der 1950er Jahre war das Schiff auf Wangerooge stationiert, dann 1957 kurz in Friedrichskoog und schließlich von 1958 bis zu ihrer Ausserdienststellung 1967 in Maasholm. Danach arbeitete sie als Schlepper und Bereisungsschiff an der Elbe. Mit heftigen Umbauten wurde aus ihr ein Boot für Angeltouren an der Nordsee und schließlich eine Privatyacht, welche seit Jahren in Leer in einer Werft liegt und wohl auf Käufer wartend vor sich hin rostet (in den meisten Friesland Krimis (ZDF, bis 2021) kann man sie kurz im Hintergrund in der Werft stehen sehen).


Bilder vom ursprünglichen Recycling-Bau

Bilder von den Probefahrten bis nach dem Umbau 2021/22


Video